Bahnwerk Bismarck
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Nachruf auf zwei Platanen

zwei Lebensbegleiter mußten gefällt werden

Am alten Bahnwerk – einem Bundesverkehrsdenkmal, sind zwei mächtige Platanen 110 Jahre alt geworden. Sie sorgten für Leben und Arbeit bis jetzt. Die Orkane und Stürme der letzten Jahre setzten ihnen sehr zu. Daher folgte in den vergangenen Tagen die Not-Fällung.

Etwa seit 1974 kaum bemerkt, jedoch spätestens 1985 voll im Blick, begleiten unseren Bahnwerksfreund und die Werksleute die zwei dicken Platanen-Bäume, die am Eingang zur Mittelhalle des Bahnwerkes Bismarck standen. 2015, vor wenigen Wochen, mussten sie auf Geheiß des Forst-Ingenieurs gefällt werden, denn "Gefahr" war im Verzug.

Immerhin brachten sie es auf 110 stramme Jahre, nahe an Emscher und Rhein-Herne-Kanal stehend. Diese Bäume erbrachten viel Laub in jedem Herbst. Erst wenige Tage vor der Fällung haben die Vereinsleute vier LKW-Ladungen Laub weggefahren. Die Flachdächer nahmen ebenfalls viel Laub auf und verstopften die Abflüsse. Wenn es tropfte, war es das Signal für die ehrenamtlichen Denkmalsschützer, für den ordnungsgemäßen Abfluß zu sorgen. Ein nasses Holz-Dach-Fachwerk ist ein Graus für die Nutzer und Pfleger.

Somit entfallen ab sofort diese Sorgen und die sonstige viele Arbeit. So auch das Rauschen der mächtigen Baumkronen, die das große Bahnwerk weithin sichtbar überragten. Auch entfällt die Sorge, dass durch Ast- und Baumbruch der mächtigen Bäume bis zu 1,70 m Durchmesser, diese sich gegen die Ziegelmauern legen könnten.

Die Bäume sind mit ihren mächtigen Stämmen längst entsorgt. Den Werksfreunden überließ man eine dicke Baumscheibe, fast 200 kg schwer. Diese Scheibe wird zum Adventskranz umgenutzt (waren doch die Bäume in über 70 Jahren Balsam für’s Gemüt der Bahnarbeiter und Lokführer des Bahnwerkes GE-Bismarck.) Mit kräftigen Gurtbändern ist die Baumscheibe aufgehängt, mit Tannengrün und Kerzen bestückt, aufgehängt am Kranhaken in der Mittelhalle -- und wohl einzigartig dieser klobige und kräftige Adventskranz, hin- und hergefahren, an eine gewünschte Stelle gebracht - wie es die Besucher wünschen. Und Licht gibt es, wie noch nie in dieser Halle - und auf dem Vorplatz ebenso. Größe und Weite sind eine Frage der Helligkeit, des Lichtes. Das bestehende Konzept des Fördervereins erfährt an dieser Stelle eine Änderung.

Geblieben ist die größte Sorge des Vereins, Investoren zu finden, um aus dem alten Bahnwerk einen "Aktiv- und Erlebnis-Bahnpark" für die ganze Familie, für Breitenkultur und Technik zu machen. Eben ein Touristenmagnet für’s Ruhrgebiet - mit und ohne Platanen.

Neue Bäume, z.B. Lindenbaum, Birnbaum sind schon vergeben, siehe unsere Volkslieder........


Aufgeschrieben von P.L., Gelsenkirchen
im November 2015






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